DOMUS 4000 – geplante Umsatzsteueränderung ab 01.07.2020

Im Rahmen des geplanten Konjunkturpakets soll bereits zum 01.07.2020 die Umsatzsteuer von 19% auf 16%, der ermäßigte Steuersatz von 7% auf 5% gesenkt werden. Die befristete Senkung soll bis zum 31.12.2020 andauern.

Zur Umstellung in DOMUS 4000 bieten wir zwei grundlegende Vorgehensweisen an.

Option 1 – Assistent für Mehrwertsteueränderungen:
Einerseits gibt es bereits das Tool “Assistent für Mehrwertsteueränderung”, welcher ein einfaches Tauschen des Steuerschlüssels in unterschiedlichen Bereichen des Programms ermöglicht. Das Kennwort für diesen Assistenten lautet ahorn.

Option 2 – Anlage von weiteren Sachkonten:
Die zweite Option beinhaltet die Anlage von weiteren Sachkonten – speziell im Bereich der Vorauszahlungspositionen. Diesen Weg würden wir nach aktuellen Kenntnissen in erster Linie unseren Kunden mit Gewerbeverwaltung empfehlen, um für spätere Richtlinien und Vorgaben seitens des Gesetzgebers möglichst flexibel zu bleiben.

Update – 25.06.2020: Für die Übernahme der Sollwerte (16 %) haben wir ein Übernahme-Skript entwickelt. Näheres entnehmen Sie aus dem folgenden Blog-Artikel:

https://www.domus-software.de/domus-4000-skript-zur-anpassung-der-sollpositionen-fuer-den-zeitraum-der-steuersenkung-zum-konjunkturpaket/
__________________________________________________________________________________________________________________

Vorgehensweise Option 1:
“Über den Assistenten Steuerschlüsseländerung werden bei gesetzlicher Änderung der Umsatzsteuer/Vorsteuer die entsprechenden Sachkonteneinstellungen auf den neuen Steuerwert korrigiert. Entsprechende Berücksichtigung erfolgt bei den Sollstellungen/Buchungen. OP-Ausgleich unter Berücksichtigung der USt. erfolgt nach Datum. Ist der OP noch mit altem USt-Wert berechnet, wird dies bei Zahlungseingang entsprechend berücksichtigt.”

Die folgende Arbeitsschritte können in einem Muster-Objekt oder in einem Beispiel-Objekt durchgeführt werden und anschließend die benötigten Informationen/Einstellungen auf die betreffenden Objekte kopiert werden.

Als erstes müssen die allgemeinen Steuerschlüssel angepasst werden. Diese Einstellungen sind global und gelten für alle Buchhaltungen.

Hier müssen die benötigen neuen Steuerschlüssel angelegt werden. Also M16 Umsatzsteuer 16%, V05 Vorsteuer 5% und V16 Vorsteuer 16%.

allg. Steuerschlüssel

Anschließend müssen entsprechende Steuer-Sachkonten angelegt werden. (Umsatzsteuer 16%, abziehbare Vorsteuer 5%, abziehbare Vorsteuer 16%)

Ust Sachkonten

Nun müssen die Steuerschlüssel der Buchhaltung erweitert werden, wie im folgenden Screenshot:

Steuerschlüssel

Über die Funktion “Konten kopieren” können nun die Sachkonten und Steuerschlüssel in alle betreffenden Objekte kopiert werden.

Konten kopieren

Die Umstellung der einzelnen Objekte/Buchhaltungen kann jetzt erfolgen. Dafür wird der “Assistent Steuerschlüsseländerung” aufgerufen und die folgende Kennwortabfrage mit dem Kennwort ahorn bestätigt.


Hier werden jetzt die (meist) drei benötigten Steuerschlüssel umgestellt. Bitte beachten Sie die Einstellung Anpassung Netto oder Brutto. Hier wird je nach Einstellung der Brutto- oder der Nettobetrag beibehalten. Hierbei kann es natürlich zu Rundungsdifferenzen kommen.

Als Informationsschreiben zu dieser Änderung kann der Bericht 706 im Berichtsmodul verwendet werden.

Vorgehensweise Option 2:
Die oben beschriebenen Ablaufschritte können bis auf die Nutzung des Assistenten Steuerschlüsseländerung beibehalten werden.

Hinzu kommt zur Anlage der neuen Steuerschlüssel nun die Anlage von neuen Erlöskonten (Mieterlöse 16%, Betriebskosten-VZ 16%, etc.), welche ebenfalls in alle Buchhaltungen kopiert werden können.
Mit Hilfe dieser Erlöskonten müssen nun die neuen Sollpositionen erfasst werden. Hierzu kann das bereits verwendete Muster-Objekt verwendet werden. Die neu angelegten Sollpositionen können dann von diesem in die restlichen Objekte kopiert werden.
Sind die o.g. Schritte erfolgt, sollte eine Auswertung aller Gewerbemieter (z.B. Excel-Aufstellung) erfolgen, welche als Grundlage zur weiteren Bearbeitung dient.

Über das Berichtsmodul in DOMUS 4000 kann dazu der Export 904 genutzt werden. Öffnen Sie den Export über Excel und sortieren Sie nach der Spalte AW. Eine „1“ kennzeichnet einen Mieter als „USt-pflichtig/gewerblich“, sofern in den Stammdaten hinterlegt.

Der nächste Schritt ist die Anpassung der Sollwerte über den Reiter Erhöhungen in den Mieterstammdaten.

Dafür ist in den neu angelegten Sollpositionen mit 16% Umsatzsteuer ab dem 01.07.2020 eine Erhöhung auf den aktuellen Sollwert vorzunehmen. Im gleichen Vorgang kann auch direkt die Minderung mit Datum 01.01.2021 auf 0,00 Euro eingetragen werden, m diese wieder Rückgängig zu machen.


Das gleiche Prozedere muss dann noch quasi „spiegelverkehrt“ mit den aktuellen Sollwerten aller Positionen mit 19% Umsatzsteuer vorgenommen werden:


Zusätzlich empfiehlt es sich noch eine neue Mietdauerrechnung zu erstellen und an die betroffenen Gewerbemieter zu versenden.

Daueraufträge:
Sollte nach Rücksprache mit Ihrem Steuerberater gewünscht sein, dass auch die Daueraufträge einer Korrektur bedürfen, dann empfiehlt sich die Hinterlegung des Termins für die letzte Ausführung der Daueraufträge, für die eine neue Abschlagszahlung vom Lieferanten erfolgen wird per 30.06.2020, sowie eine zusätzliche Neuanlage dieser Daueraufträge mit geändertem Steuerschlüssel und letzter Ausführung per 31.12.2020.

Verwaltergebühr:
Für die Anpassung der Verwaltergebühr kann sowohl der Assistent verwendet werden, als auch eine manuelle Änderung des Steuerschlüssels in den Stammdaten erfolgen. Wir empfehlen jedoch die anschließende Ausstellung und den Versand einer neuen Verwalterrechnung mit 16% Steuer für den Leistungszeitraum 01.07.2020 bis 31.12.2020.

Sollten uns weitere Informationen vorliegen werden Sie selbstverständlich umgehend informiert.