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Redaktion: DOMUS Redaktion

Mitarbeiter – woher nehmen, wenn nicht stehlen?

Ein Gebäude ist wie ein lebender Organismus. Man muss sich gut um es kümmern, um seine Lebenszeit zu verlängern – und dazu braucht es jede Menge helfender Hände: Handwerker, die es in Schuss halten. Hausmeister, die sich um diverse Kleinigkeiten kümmern. Gärtner, die das Drumherum nicht nur schön, sondern auch sicher machen. Und noch viele mehr. Allen voran braucht es Verwalter, die als Gebäudemanager das große Ganze im Blick haben und als Bindeglied zwischen Eigentümern, Bewohnern und Dienstleistern agieren. Ein verantwortungsvoller Job mit vielen kleinteiligen Aufgaben bei höchster rechtlicher Relevanz.

Ein guter Verwalter muss aus dem richtigen Holz geschnitzt sein – er oder sie muss sich bei Rechten und Pflichten auskennen, braucht hervorragendes Organisationstalent und muss den richtigen Ton bei Eigentümern, Bewohnern und Dienstleistern anschlagen. Ganz schön vielfältig und anspruchsvoll – zu anspruchsvoll für die jüngere Generation? Denn wie jede Branche ist auch die Immobilienbranche nicht vor Fachkräftemangel gefeit.

Nur wenige Menschen streben eine Karriere als Verwalter an, wiederum andere merken beim Berufseinstieg, dass sie sich doch übernommen haben. Und wenn man ehrlich ist, kann man es ihnen nicht verdenken: die hohe Verantwortung, die rechtliche Haftbarkeit, undankbare politische Entscheidungen, so mancher Kleinkrieg mit Eigentümern oder Bewohnern, dazu häufig stundenlange Versammlungen am Abend oder Wochenende – es ist ein Job, den man wollen muss. Der einem aber auch viel gibt: großen Gestaltungspielraum, kreative Entscheidungswege, eine relativ krisensichere Beschäftigung, ein auskömmliches Gehalt, eine solidarische Berufsgemeinschaft und viel Kontakt mit anderen Menschen. Für kommunikationsstarke Persönlichkeiten ist das schon die halbe Miete. Wer seinen Beruf liebt, wird jetzt zustimmend nicken. Wie aber die jüngere Generation oder Quereinsteiger für eine Tätigkeit im Verwalterwesen überzeugen? Am besten mit den richtigen Argumenten!

Wertschätzung ist der Schlüssel

So wie sich Verwalter um das Wohlergehen von Gebäuden, Eigentümern und Bewohnern kümmern, so sollten sie auch die Belange ihrer Belegschaft im Blick haben. Selbstverständlich gehört dazu eine angemessene Vergütung. Aber Geld ist nicht alles, auch das Drumherum muss stimmen. Ein angenehmes Arbeitsklima, eine offene Tür bei Vorgesetzten und Kollegen, die einen verstehen – und bei denen man sich auch mal über den unfreundlichen Ton von Kunden aufregen darf. Eine gute Gemeinschaft, mit kleinen Aufmerksamkeiten zu Weihnachten oder einem gemeinsamen Grillabend. Was banal klingt, ist viel wert. Das zeigen regelmäßige Mitarbeiterbefragungen. Natürlich kann es auch schon mal hoch hergehen, wenn der Alltagsstress zuschlägt, aber je fester die kollegialen Bande, desto schneller heißt es: Schwamm drüber! Sie haben das alles schon? Na prima, dann müssen Sie das „nur“ noch Ihren potenziellen Arbeitnehmern sagen. Und daran hakt es meistens. Dabei müssen Sie lediglich dieselbe Sorgfalt aufwenden, wie bei den von Ihnen betreuten Gebäuden.

Bilden Sie selbst aus!

Starten Sie mit Ihrer Visitenkarte im Netz. Erzählen Sie potenziellen Mitarbeitenden, wer Sie sind, was Sie tun und warum Sie ein interessanter Arbeitgeber sind. Was machen Sie anders? Die richtige Verschlagwortung, die Keywords, katapultieren Sie in der Suchmaschinentrefferliste nach ganz oben. Schalten Sie kurzfristige Online-Anzeigen, nutzen Sie die sozialen Medien für sich. Kommunizieren Sie ehrlich und transparent – und vor allem, bedienen Sie sich Ihrer überzeugendsten Fürsprecher: Ihrem Team. Denn wer kann besser über den Arbeitsalltag mit Ihnen Auskunft geben als Ihre eigenen Mitarbeitenden? Sie haben eine Stelle zu besetzen? Verbinden Sie die Suche nach dem nächsten Unternehmensjuwel mit einem Anreiz für Ihr Team, einer kleinen Belohnung wie einem zusätzlichen freien Tag, sofern geeignete Freunde, Bekannte oder Familienmitglieder Ihres Mitarbeiters Ihr neuester Firmenzuwachs sind. Bilden Sie Ihre Fachkräfte von morgen selbst aus. Informieren Sie sich bei Ihrem Verband und der zuständigen IHK über die notwendigen Voraussetzungen. So können Sie neuen Mitarbeiten Ihren persönlichen Unternehmensstil von der Pike auf beibringen. Ja, das erfordert Durchhaltevermögen und kostet Zeit. Und am Anfang vor allem Ressourcen und damit Geld. Aber am Ende wird es sich für Sie auszahlen. Denn wer, wenn nicht Verwalter, haben hierfür die notwendige Ausdauer und Akribie?